Der Einzug unserer ersten Italienischen Windspielhündin

Vor einigen Jahren, vor dem Beginn meiner jetzigen Zucht, konnte ich auf einer Internationalen Ausstellung in Tulln die Bekanntschaft Italienischer Windspiele machen. Ich war entzückt von der Grazie und der Feingliedrigkeit dieser sehr wohlgeformten kleinen Rasse. Keck und frech saßen sie auf dem Schoss ihrer Besitzer und kokettierten mit dem einen oder anderen Wurstsemmerl, dass sich ein Herrchen gerade munden ließ.

 

Über das Handling im Vorführring war ich eher enttäuscht, nicht über diese Windhunderasse sondern über deren Besitzer mit ihrem nervösen Handeln, die überhaupt nicht auf das Wesen dieser sensiblen Hunde beim Vorzeigen im Ring eingehen konnten, obwohl man mir sagte, dass das Italienische Windspiel sehr leicht an der Leine zu führen wäre.

 

Einige Zeit später hatte ich bei Spaziergängen noch zweimal Kontakt zu Italienischen Windspielen und deren Besitzer. Diese zeigten sich in einem anderem extremen Bild, nämlich sehr klein und nach meinem Geschmack, viel zu gut im Futter.

 

Nun packte mich der Ehrgeiz mir selbst ein Windspiel aus einer guten Zucht zu meinen zwei Whippets zu holen, um in der Haltung dieser Windhunderasse einiges anders zu machen. Es sollte ein volles Jahr dauern, bis ich meine blaue Hündin Namens Kara Karina vom Pellerschloß aus Deutschland in Empfang nehmen konnte.

 

Auf der Rückfahrt nach Wien hatte ich dann meine ersten Erlebnisse mit dem kleinen Mädchen. Beim Essen in der Raststation sprang der kleine freche Hund auf den Tisch und kämpfte gierig mit dem am Teller servierten Grillhühnchen mit Pommes Frites. Ich war so geschockt, das ich gar nicht gleich eingreifen konnte. Nun wusste ich, man darf sein Essen auf keinen Fall aus den Augen lassen. Bei unseren Waldwanderungen blieb die kleine Maus nie bei uns, sondern ging in etwa 15 m Entfernung parallel zwischen den Bäumen neben uns her. Ich muss natürlich nicht sagen was Karina alles so im Maul hatte...

 

Einmal stand sie auf einer 4m Anhöhe und sah schwanzwedelnd auf uns herab. Aus ihrem Maul hing ein hellblauer Faden. Karina frohlockte mit ihren Äuglein und je mehr ich sie anrief, damit zuerst, wie man glaubte, den Teebeutel (von einem Picknick) aus dem Maul hätte holen können, sprang sie hoch hüpfend und freudig von uns weg. Ich resignierte und dachte, erstick‘ an dem Beutel, du blöder Hund. Sie erstickte nicht, nein! Karina kam plötzlich auf mich zu und legte dieses unappetitliche Etwas vor meine Füße und schon war der kleine Flederwisch wieder weg.

 

Auch in unserem Haus hatte sich Karinchen einen Namen gemacht. Sie verstand es immer wieder in einem unbeobachteten Augenblick in eine Wohnung zu laufen um der lieben Nachbarin den Käse vom Tisch zu holen und vieles mehr. Wenn ich dann mit Karinchen Gassi ging und wir begegneten einen Mitbewohner im Hausflur, dann wurde so manche Wohnungstüre sehr hektisch geschlossen. Nun war Karina für alle das „Dieberl“. Ja mit diesem Ruf mussten wir 13 Jahre lang leben. Es würde noch vieles zu erzählen geben von unserer Biene aber Kara Karina meine erste Windspielhündin gibt es seit vielen Jahren nicht mehr, dafür aber La Piccola Bambolina vom Pellerschloß mit ihren beiden Kindern aus dem A und B – Wurf. Bambolina, eine Jahrhunderthündin. Mit Ihr durfte ich alles erleben. Ausstellungserfolge, Rennerfolge und zwei Geburten.